Keyless Go: Warum dein Autoschlüssel 2026 zur größten Sicherheitslücke wird
Die Zahl der Autodiebstähle in Deutschland ist 2025 erstmals seit dem Ende der Corona-Lockdowns wieder gesunken – 27.632 Fälle bedeuten ein Minus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem bleibt eine Schwachstelle so gefährlich wie nie: die Keyless-Go-Funktion, die laut ADAC-Test bei rund 85 Prozent der geprüften Fahrzeuge erfolgreich überwunden werden konnte.
Wie der Keyless-Diebstahl tatsächlich funktioniert
Bei Keyless-Go-Systemen sendet der Autoschlüssel permanent ein Funksignal, sobald er sich in der Nähe des Fahrzeugs befindet. Kriminelle nutzen sogenannte Funkverstärker (Relay-Attacken), um dieses Signal – oft durch Wände hindurch, etwa aus der Wohnung – zu verlängern und so das Auto zu öffnen und zu starten, ohne den Schlüssel physisch zu berühren. Der ADAC prüft diese Sicherheitslücke seit 2016 systematisch und hat inzwischen mehr als 800 Fahrzeuge getestet; nur etwa 15 Prozent widerstanden dem Angriff mit handelsüblichem Equipment. Selbst Premiumhersteller sind betroffen: Im Porsche Connect Store findet sich beim Komfortzugang der ausdrückliche Hinweis, dass Schlüsselcodes abgefangen und das Fahrzeug damit entwendet werden könnte.
Neben der klassischen Relay-Attacke gewinnt der sogenannte CAN-Bus-Hack an Bedeutung: Über einen Zugang zum Fahrzeug-Bordnetz, etwa über die Frontscheinwerfer, können Diebe elektronisch ein Startsignal simulieren, ganz ohne Funksignal des Originalschlüssels.
Warum die offizielle Statistik das Problem unterschätzt
Wie viele der 27.632 Fälle konkret auf manipulierte Keyless-Schlüssel zurückgehen, wird in Deutschland nicht separat erfasst. Polizei und ADAC gehen jedoch davon aus, dass ein erheblicher Teil der aktuellen Fälle genau so abläuft: spurlos, in Sekunden und ohne sichtbare Aufbruchspuren. Das erklärt auch, warum die Versicherungswirtschaft trotz rückläufiger Gesamtstatistik seit dem Ende der Lockdowns wieder steigende Schadenzahlen verzeichnet: 2024 wurden 14.162 kaskoversicherte Pkw gestohlen, mit einem wirtschaftlichen Gesamtschaden von über 290 Millionen Euro.
Was du sofort tun kannst
Der ADAC empfiehlt eine Reihe konkreter Sofortmaßnahmen, die jeder Fahrzeughalter ohne großen Aufwand umsetzen kann:
- Keyless-Funktion deaktivieren, wenn das Fahrzeug diese Option bietet (bei Mercedes per Doppelklick auf die Verriegelungstaste, bei BMW im Infotainment-Menü, bei Audi in den Fahrzeugeinstellungen)
- Schlüssel nicht in der Nähe von Außentüren oder Fenstern aufbewahren, um die Reichweite für Funkverstärker zu verlängern
- Faraday-Boxen oder abschirmende Etuis nutzen und deren Wirksamkeit selbst testen, indem man den Schlüssel einlegt, die Box verschließt und direkt vor die Fahrertür hält
- Beim Verriegeln per Funkfernbedienung immer das optische oder akustische Bestätigungssignal abwarten
- Fahrzeugpapiere und Zweitschlüssel niemals im Auto lassen
Technischer Schutz als zweite Verteidigungslinie
Da sich die Keyless-Lücke herstellerseitig oft nicht vollständig schließen lässt, lohnt sich eine zusätzliche elektronische Absicherung. Eine Wegfahrsperre wie die PedalBox Pro blockiert im aktivierten Zustand dauerhaft die Gasannahme des Fahrzeugs – selbst wenn ein Dieb das Fahrzeug per Relay-Attacke oder CAN-Bus-Hack öffnet und startet, kommt er damit nicht vom Fleck. Die Freigabe erfolgt ausschließlich, wenn die zugehörige Remote oder das gekoppelte Smartphone in Reichweite ist. Als Zusatznutzen bietet das System gleichzeitig eine Gaspedaloptimierung mit vier einstellbaren Fahrmodi.
Wird ein Fahrzeug trotz aller Vorkehrungen gestohlen, erhöht ein fest installierter GPS-Tracker wie der PATRIOT EU die Chancen auf schnelle Wiederauffindung erheblich: Er ortet auf bis zu einen Meter genau, sendet Alarme bei unberechtigter Bewegung oder Batterie-Manipulation und ermöglicht über die App eine Fernblockade des Fahrzeugstarts.
Was tun, wenn es doch passiert ist?
Zählt jede Minute, gilt eine klare Reihenfolge: sofort Anzeige bei der Polizei erstatten, damit eine Fahndung eingeleitet werden kann, und anschließend die Kfz-Versicherung informieren. Wichtig zu wissen: Beim Keyless-Diebstahl zahlt die Teil- oder Vollkaskoversicherung in der Regel auch ohne sichtbare Aufbruchspuren, vorausgesetzt die Anzeige erfolgt umgehend. Der Schadenfreiheitsrabatt bleibt davon unberührt.
Fazit: Kombination schlägt Einzellösung
Der ADAC ist eindeutig: Die wirksamste Kfz-Diebstahlsicherung ist fast nie ein einzelnes Produkt, sondern die durchdachte Kombination aus mechanischer Sperre, elektronischem Schutz und sicherem Alltagsverhalten. Wer sein Fahrzeug ernsthaft gegen Keyless-Diebstahl und moderne Angriffsmethoden schützen will, kommt an einer zusätzlichen elektronischen Wegfahrsperre und idealerweise einem GPS-Tracker kaum vorbei.